Montag, 19. September 2011

Und weiter gehts.

Irgendwie gehts mir schon viel besser.
Ich weiss nicht ob ich was wirklich Essentielles über mich herausgefunden habe, nachdem ich aufgehört habe vor der Wahrheit weg zu laufen. Und ich weiss nicht ob das Internet und all die "wissenschaftlichen" Texte über meine vermeindlich zerstörte Psyche wirklich recht haben. Ich weiss aber, das ich etwas ruhiger geworden bin. Ich weiss, dass ich jetzt bereit bin etwas positiver zu sein und ich weiss jetzt, dass ich meine Vergangenheit annehmen muss und nicht mehr ändern kann. Aber meine Zukunft die kann ich verändern.
Ich weiss auch gar nicht mehr woher diese Wut kam. Sie kam und sie ging wieder.
Ich will weiter machen. Ich will ein tolles Leben haben. Ich will eine tolle Zukunft haben und ich will endlich wieder ein Hobby haben. Mit diesem Blog, werde ich das wohl nicht finden. Aber das Aufschreiben hat geholfen. Der Blog war da, wenn alle anderen Ohren überstrapaziert waren. Aber ich nehme mich gerade nicht mehr so ernst. Ich glaube das ist das wichtigeste. Und albern sein. Albern sein und lachen. Singen, und geräusche machen. Sich einen Kürbis vor den Kopf halten und mit verstellter Stimme sprechen.
Ich will das Leben wieder leben.

Ich bin nicht die Adoptionsverfechterin wie ich hier hingestellt habe. Ich bin für die Adoption. Aber ich bin dagegen sein Kind zur adoption frei zugeben. Ich bin dagegen seinem Kind die wichtigeste Bindung zu nehmen, die es haben kann.  Wenn das Kind misshandelt wird oder sterben könnte, vor Hunger und Krankheit, sieht das ganze recht anders aus. Dann ist es gut wenn es aus der Familie herausgenommen werden kann.
Aber lieber in Armut bei der Familie zu leben und nicht das Trauma des Verlassenwerdens erfahren müssen, als durch viele Hände gereicht zu werden und am Ende keine Familie zu finden und für immer das Gefühl zu haben ungewollt zu sein.
Die Mütter, Großeltern oder vielleicht auch die langen Arme des Staates wollen manchmal das Kind auch aus minderen Gründen von der Mutter trennen. Weil diese es vielleicht eventuell nicht schaffen könnte, zu jung ist und man ihr ein normales Teenagerleben zuermöglichen. Aber wer unter schmerzen ein Kind geboren hat, der wird nie wieder ein normaler Teenager werden, glaub ich. Vielleicht soll das Kind auch nur weg, weil es unehelich ist und eine Schande. Das alles sind so mindere Gründe und die machen mich traurig, weil man das vermeindlich richtige für das Kind tun will, aber im Grunde gibt es nur eine Sache die richtig ist für Kinder. Die Familie. Und es ist einfach egoistisch. Nur um es leichter zu haben, ein Kind weg geben, ein Kind in eine Babyklappe werfen und die möglichkeit berauben, jemals in genetisch gleiche Gesichter zu schauen.
Wer weiss ob in 3  oder 5 oder 10 Jahren die Lebensumstände sich schon wieder verbessert haben und man es dann bereuen würde, sich immer fragen wird wo das Kind ist, oder es vielleicht doch geschafft hätte.
Ab dem Zeitpunkt wo das Kind aber im Heim ist und ab dem Zeitpunkt wo es wirklich verlassen wurde und es keine Zukunft mehr gibt als mit Volljährigkeit auf der Strasse zu landen oder der Kriminalität zu verfallen, vielleicht sogar gar nicht zu überleben, dann finde ich ist Adoption eine ganz tolle Sache.
Es ist immer gut in eine Familie zu kommen. Ich bin über glücklich über die 2te Chance und ich liebe meine Eltern auch, auch wenn ich das niemals sagen würde. ;-)
Aber es ist wichtig das man niemals vergisst, dass es keine normale Familie ist, denn es wird sie niemals sein. Genau so wenig wie eine Regenbogenfamilie jemals normal sein kann. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm.
Vor allem wenn das Kind schon älter ist, wie in meinem Fall. Ich war zwar erst 1,5 Jahre alt, aber ich war schon fertig. Ich hatte eine eigene Geschichte, ich hatte meine eigene Persönlichkeit. Ich konnte laufen und vereinzelnte Sachen benennen. Das darf man niemals vergessen. Auch wenn man sein Kind so sehr liebt, als wäre es das eigene Kind, und auch wenn die Verbindung zu dem Kind vermeindlich Stark ist, denn oft warten Elternt viele Jahre darauf ein Kind zugeteilt zubekommen und nicht nur 9 Monate, so bedeutet dies was ganz anderes.
Ich war ein sehr freundliches und fröhliches und zufriedenes Kind. Jedenfalls die meiste Zeit. Aber ich war auch verstört und verwarlost. Damit muss man umgehen können. Vor allem wenn man ein Kind aus einem sehr armen Land adoptiert. Meine Eltern haben viele Erziehungsfehler begangen und viele Dinge treffen bei mir auch Unverständnis, machen mich wütend oder traurig. Aber Eltern sind eben so. Eltern machen nunmal Fehler. Ich will einen Menschen sehen, der nicht unter den Erziehungsfehlern und den psychologischen Problemen der Eltern zu leiden hat.
Aber es gibt viele Tipps oder manche Dinge die ich mit meinen Kenntnissen von der anderen Seite aus, versuchen würde zu vermeiden.

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